Von Hinterstoder auf den Großen Priel

Der Große Priel ist die höchste Erhebung im oberösterreichischen Toten Gebirge und gleichzeitig der einzige Gipfel, der die 2.500-Meter-Marke überragt. Mit seinen 2.515 Metern ist er noch höher als die 2.446 Meter hohe Spitzmauer oder der Kleine Priel und stellt damit eine konditionsforderne und anstrengende Aufgabe für seine Besteiger dar. Die Tour auf den Großen Priel wird normalerweise mit einer Übernachtung im Prielschutzhaus entschärft – erfahrene und gut trainierte Bergsteiger können den Großen Priel jedoch auch an einem Tag erledigen. Man muss sich dabei jedoch auf 21 Kilometer Länge und rund 2000 Höhenmeter einstellen.

Die Tour startet am Parkplatz Johannishof, der sich ungefähr 1 – 1,5 km nach dem Ortszentrum von Hinterstoder auf der rechten Seite befindet. Sollte dieser voll sein, gibt es nach einem weiteren Kilometer noch einen zweiten Parkplatz. Beide Parkplätze sind kostenpflichtig. Tickets gibt es am Automaten. Vom Parkplatz aus, geht es vorbei am wunderschönen Schiederweiher in die Polsterlucke. Inmitten einer malerischen Gegend zuerst auf einer Forststraße, dann kurz auf einem Abkürzungsweg und anschließend wieder auf einer Forststraße Richtung Materialseilbahn des Prielschutzhauses.

Knapp vor der Talstation der Materialseilbahn biegt man rechts auf den eigentlichen Steig zum Prielschutzhaus ab. Dabei folgt man immer der Markierung 201 in mal mehr, mal weniger steilen Serpentinen vorbei am kleinen und großen Ofen (Halbhöhlen) und dem „Gott-sei-Dank-Bankerl“ zum Klienser-Wasserfall. Vorbei an der „Märchenwiese“ geht es dann immer in der Nähe der Materialseilbahn direkt zum Prielschutzhaus. Je nach Geschwindigkeit und Kondition benötigt man für diesen ersten Abschnitt 1,5 – 3 Stunden.

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Hinter dem Prielschutzhaus folgt man noch kurz dem Weg Nr. 201 bis zu einer Abzweigung, wo man rechts auf den Wanderweg 260 wechselt. Links würde man zum äußerst lohnenden Klettersteig auf die Spitzmauer abbiegen. Die Landschaft wird schnell alpiner und die spärlichen Latschen wechseln in grauen Kalkstein. Über einen felsigen aber nicht schwierigen Anstieg steigt man schließlich dem Kühkar entgegen. Gerade bei schlechter Sicht und Nebel sollte man genau auf die zahlreichen Markierungen achten. Das Schneefeld im Kühkar ist übrigens das nördlichste dauerhafte Schneefeld der Alpen. Auch wenn es im Sommer deutlich zurückgeht, verschwindet es nie ganz. Unterhalb des Brotfall und links entlang des Schneefeldes geht es weiter über einen – mit Stahlseilen gesicherten – Aufstieg zur Brotfallscharte.

Oben auf dem Gratrücken biegt man rechts ab und folgt dem Grat weiter bis zum roten Gipfelkreuz auf 2.515 m. Für den zweiten Abschnitt bis zum Gipfel benötigt man ebenfalls 1,5 – 3 Stunden. Der Ausblick am Gipfel übers Tote Gebirge und die Region belohnt die anstrengende Tour.

Hinunter geht es über den Aufstiegsweg, wobei es sich zweifellos lohnt, im Prielschutzhaus auf eine kleine Stärkung einzukehren und die Landschaft zu genießen.

 

Mehr Fotos von dieser Tour gibts wie immer auf Facebook im Foto-Album.

Die Wanderung im Überblick

Gehzeit: 6 – 9 Stunden (Auf- und Abstieg)
Höhenunterschied: 2.000 Höhenmeter
Hinweise: Lange und konditionsfordernde Tour. Einkehr im Prielschutzhaus möglich. Kann auch als Zweitagestour gegangen werden. Trittsicherheit erforderlich.
GPX-Datei: Download

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Kommentare

  1. hallo fabian,
    gratulation!! superschöne fotos – erinnerungen an meine „3-tagestour-hinterstoder-grundlsee“
    näheres demnächst bei omas kaffee
    bergfrei, deine bergnarische „tante“ christl

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