Wie der Hausberg zum „Haus“-Berg wird: Von Inzersdorf auf die Kremsmauer

Für Kirchdorf und die umliegenden Ortschaften ist die Kremsmauer sozusagen der große Hausberg. Zwar hat jeder Ort so einen kleinen Gipfel in der Nähe, aber die Kremsmauer überragt diese alle und ist der prominente Berg im Kremstal. Damit so ein Berg aber wirklich zum Hausberg wird, sollte man ihn am besten direkt vom eigenen Haus aus besteigen. Also ohne sich dem Auto zu bedienen und die Tour über die bekannten Aufstiegsrouten ab Steyrling oder dem Kremsursprung zu unternehmen – sondern direkt von der eigenen Haustür aus. In meinem Fall ist in Inzersdorf. Schon im Winter habe ich öfters von dieser Tour geträumt: Zuerst Richtung Eiskogel losgehen, und dann am Inzersdorfer Höhenweg Richtung Kronbauer zum Grassnerkreuz absteigen. Über die Gradnalm und das Törl erreicht man schließlich die Kremsmauer. Und genau dieser Plan wurde dann gleich im Frühling umgesetzt.

Die Tour fängt mit genau den Waldlichtungen an, wo ich als Kind die ersten Abenteuer unternommen – aber jetzt schon lange keinen Fuß mehr gesetzt habe. Das erste Ziel ist es, möglichst schnell den Inzersdorfer Höhenweg (K12) zu erreichen.

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Noch ganz klein im Bild: Die Kremsmauer

Kurz vor Erreichen des Eiskogels und des Ederbildes kommt man erstmals zu einem markierten Weg. Dieser ist auch die Anschlusstelle zum Kronbauer Sender und der Straße runter zum Graßnerkreuz. Der Frühling und Sommer sind schon deutlich sichtbar: Die Wiesen und Wälder sind saftig grün und die Natur kehrt zurück.

Beim Graßnerkreuz wird schließlich schnell die Bundesstraße gequert und gegenüber folgt sofort wieder ein Anstieg. Den Schabenreitnerstein lasse ich aus und nehme den kürzeren Weg 445 direkt zum nächsten Zwischenziel: Die Gradnalm. Die Forststraße ab der Sattelhalt Jagdhütte wird unerwartet zur ersten Herausforderung des Tages: Denn die Mittagssonne brennt auf die steinige Straße und es gibt so gut wie keinen Schatten.

Bei der Gradnalm geht es ohne Pause weiter Richtung Törl. Am Weg dorthin nehme ich noch den Nackten Kaibling mit, der eine wunderbare Aussicht über die umliegende Bergwelt bietet. Diesen Blick sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

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Direkt dahinter folgt man schließlich dem Weg Nr 444 zum Törl. Man passiert die imposanten Felswände der Falkenmauer und muss dann einige Hundert Höhenmeter zum markanten Durchgangsloch der Kremsmauer – dem Törl aufsteigen. Dabei sind einige mit Stahlseilen versicherte Stellen zu meistern. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind dabei vorausgesetzt.

Das kleine Törl-"Gipfel"-Kreuz
Das kleine Törl-„Gipfel“-Kreuz

Beim Törl kann man entweder den Weg über den Grat zum Gipfelkreuz der Kremsmauer wählen oder man steigt kurz auf der Südseite ab und erklimmt den Gipfel über den Normalweg. Dieser mündet dann auf halber Strecke in den Weg, der vom Steyrlingtal heraufkommt.

Der Gipfel der Kremsmauer auf 1604 m bietet einen grandiosen Ausblick auf das Kremstal und die umliegenden Gebirgszüge. Allem voran das Tote Gebirge und das Sengsengebirge. Und man bekommt wieder Lust auf höhere Berge wie den Großen Priel, wo hoffentlich bald der Schnee geschmolzen ist.

Runter ging es für mich über die Parnstaller Alm und zum Kremsursprung, wo mich nach einer Gehzeit von 5 Stunden, fast 2.000 Höhenmetern und 22 Kilometern schließlich ein rettendes Auto abgeholt hat 🙂

Die Wanderung im Überblick

Gehzeit: 5 – 6 Stunden
Höhenunterschied: 1.950 Höhenmeter
Hinweise: Trittsicherheit vorausgesetzt. Lange Tour, genügend Trinkwasser mitnehmen.
GPX-Datei: Download

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