Totes Gebirge Überschreitung: In 3 Tagen von Hinterstoder über den Großen Priel zum Grundlsee

Die Überschreitung des Toten Gebirges führt in 3 Tagen von Hinterstoder in Oberösterreich über das karstige Hochplateau hinunter zum Grundlsee in das steirische Salzkammergut. Dabei erklimmt man auch den höchsten Berg des Toten Gebirges – den Großen Priel auf 2.515. Auch wenn man die Tour mit einer einzigen Übernachtung schaffen wird, ist man mit zwei Übernachtungen auf dem Prielschutzhaus und der Pühringerhütte auf der sicheren Seite. Dabei steigt man am ersten Tag gemütlich am späten Nachmittag von Hinterstoder zum Prielschutzhaus auf und am nächsten Tag geht es dann gleich frühmorgens auf den Großen Priel. Dann folgt der lange Weg über das vegetationslose Hochplateau hinunter zur Pühringerhütte und am nächsten Tag schließlich der Abstieg zum Grundlsee.

Da Start und Ende der Tour doch recht weit auseinander liegen, bietet sich bei diesem Trip die Anreise mit dem Zug an. Für uns geht es also über die Pyhrnbahn bis zum Bahnhof Hinterstoder und dann mit dem Linienbus zum Parkplatz Schiederweiher.

Von dort startet die Wanderung sehr gemütlich vorbei am Schiederweiher, wo man sehr bald auf das beliebteste Fotomotiv in Hinterstoder trifft. Spätestens wenn man die Spitzmauer mit ihrer imposanten Nordwand zu Gesicht bekommt, werden die meisten ihre Kamera oder das Smartphone zücken und versuchen, diese malerische Landschaft festzuhalten.

Weiter geht es ohne große Steigung durch das wunderschöne Seitental bis zum Ende der Polsterlucke, wo die Materialseilbahn zum Prielschutzhaus beginnt. Hier hält man sich rechts und beginnt mit dem Aufstieg zur Hütte. Bis zu dieser werden ungefähr 800 Höhenmeter auf einer Strecke von 7 Kilometern zurückgelegt. Es wird schnell steiler und der Weg zieht sich in Serpentinen den Hang hinauf. Vorbei am Klinserfall, der in diesem Jahr auf Grund der Dürre leider noch weniger Wasser führt als sonst.

Hin und wieder sollte man die Blicke auch zurück schweifen lassen und die wunderschöne Landschaft unten im Tal genießen.

Man folgt dem Weg Nr. 201 vorbei an der „Märchenwiese“ und im letzten Stück direkt neben der Materialseilbahn hinauf zum Prielschutzhaus. Je nach Geschwindigkeit und Kondition benötigt man für diesen ersten Abschnitt 1,5 – 3 Stunden. Hier hat man sich jedenfalls eine Stärkung verdient und kann auf der Terrasse noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen bevor diese schön langsam hinter der Spitzmauer untergeht und noch einmal das Warscheneck rot beleuchtet.

Am nächsten Tag starten wir nach einem ausgiebigen Frühstück zeitig am Morgen. Immerhin stehen an diesem Tag rund 1.300 Höhenmeter und 14 Kilometer Strecke auf dem Programm. Hinter dem Prielschutzhaus geht es kurz am Weg Nummer 201 weiter, bis man rechts zum Weg auf den Großen Priel abzweigt. Hier werden dann recht schnell viele Höhenmeter gemacht und man steigt über mäßig angenehmes Geröll hinauf zum Kühkar. Das Schneefeld dort ist das nördlichste dauerhafte Schneefeld der Alpen. Auch wenn es im Sommer deutlich zurückgeht, verschwindet es nie ganz.

Links davon geht es unterhalb des Brotfalls weiter Richtung Brotfallscharte. Der Weg dort hinauf ist mit einigen Stahlseilen gesichert aber mit der notwendigen Vorsicht nicht schwer zu meistern. Auf der Brotfallscharte bekommt man dann zum ersten Mal das Hochplateau des Toten Gebirges zu sehen. Die karge, großteils vegetationslose Landschaft ist eindrucksvoll und begeistert mich immer wieder.

Nun geht es rechts weiter weiter zum Großen Priel. Der Großteil vom Aufstieg ist bereits geschafft und man muss nur mehr 150 Höhenmeter bewältigen. Im letzten Stück geht es hinüber am Grat zum roten Gipfelkreuz.

Leider machte uns das Wetter hier einen Strich durch die Rechnung. Nebel und Wolken verhindern eine tolle Weitsicht zu den Haller Mauern, dem Warscheneck und hinunter nach Hinterstoder. Deswegen verlassen wir den Gipfelbereich recht schnell wieder und beginnen mit dem Abstieg zur Pühringerhütte. Ungefähr 10 Kilometer gilt es ab hier noch zu bewältigen.

Es geht zurück über den Grat und hinunter Richtung Brotfallscharte. Man zweigt jedoch dann zum Fleischbanksattel ab und nach ungefähr 400 Höhenmetern hält man sich bei der Abzweigung Richtung Pühringerhütte und Ausseer Weg. Hier ist auch der Zeitpunkt, wo man die vielen Menschen, die nur zum Großen Priel aufsteigen, hinter sich lässt und es deutlich einsamer wird. Nur ab und zu trifft man noch andere Wanderer und so hat man die Landschaft meistens ganz für sich allein.

Den Schermberg und das Rotgschirr lassen wir rechts und den Temelberg links liegen und wandern durch die faszinierende Karstlandschaft. Kurz bevor man zur Pühringerhütte absteigt wird es mit jedem Schritt wieder grüner. Spätestens nach den Latschengassen lässt man die Felslandschaft endgültig hinter sich und kommt wieder in die üppige Vegetation zurück. Bei der Abzweigung zum Rotgschirr und Almsee geht es gerade aus zum Elmsee und der urigen Pühringerhütte. Dieses Platzerl lädt dann auch wirklich zum Verweilen ein. Auf der sonnigen Terrasse hält man es gut aus und im See neben der Hütte bekommt man jederzeit eine Abkühlung.

Am dritten und letzten Tag unserer Bergtour steht nur mehr der Abstieg nach Gößl und zum Grundlsee an.

Früh am Morgen hängt der Nebel noch dicht über dem Elmsee.

Nach dem Frühstück auf der Pühringerhütte (Spiegelei mit Speck 😍) führt der Weg zuerst wieder zum Elmsee und dann links vorbei die kleine Steigung hinauf. Schon bald strahlt die Sonne mit voller Kraft vom Himmel und heizt uns gewaltig ein. Obwohl es großteils nur mehr bergab geht, kommen wir ganz schön ins Schwitzen. Es geht über schöne Almwege kontinuierlich abwärts bis man links zuerst den Hinteren Lahngangsee und dann den größeren Vorderen Lahngangsee erreicht. Wir nutzen diese Gelegenheit für eine Abkühlung im kühlen Nass.

Der Weg führt schließlich am nördlichen Uferrand des Vorderen Lahngangsees entlang bis man dessen Ende erreicht und dann weiter durch den Wald hinunter in das Tal. Wir haben uns entschlossen, direkt nach Gößl abzusteigen und noch ein wenig Zeit am Grundlsee zu verbringen. Von dort geht es mit dem regelmäßig fahrenden Linienbus nach Bad Aussee und dann mit dem Zug zurück.

 

Die Wanderung im Überblick

Höhenunterschied: 2.100 Höhenmeter
Hinweise: Lange und konditionsfordernde Tour, die als Mehrtagestour empfehlenswert ist. Kann sowohl von Hinterstoder als auch dem Almtal (über die Welserhütte) unternommen werden.
GPX-Datei: Download

Kommentare

  1. Danke für den Bericht mit der Beschreibung der Strecke und die schönen Naturfotos! Macht direkt Lust die Wege ebenso zu ‚bewandern‘ und die Berge zu bewundern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.